Dokumentarfilm

Kinder machen

Ein Film von Barbara Burger


Kinostart Schweiz:

30. November 2017


Inhalt/Synopsis

Das Kinderkriegen, die angeblich "natürlichste Sache der Welt" ist nicht immer die einfachste. Sei es aufgrund biologischer Defizite der Eltern oder einer aufwendigen Karriere- oder Lebensplanung. Der Wunsch nach Nachwuchs bewegt sich heutzutage zwischen legitimem Bedürfnis, individuellem Urinstinkt, gesellschaftlichem Druck und Lifestyle-Entscheidung. Der Film schaut mit viel Sachkenntnis sowie eindrücklichen Bildern der Reproduktionsmedizin und -Industrie über die Schulter und ins Reagenzglas. Dabei geht es weder darum, die Fortpflanzungsmedizin zu lobpreisen, noch sie zu stigmatisieren. Dennoch sind in jedem Moment die gesellschaftlichen, politischen und vor allem auch ethischen Implikationen spürbar. Ein Sciencefiction der Gegenwart.

Auszeichnungen

Berner Filmpreis 2017

Festivals

21st Ji.Hlava International Documentary Film Festival - Witness Competition, CZ

Spezialanlässe

28.11.2017: Exklusive Vorpremiere in Bern, cineClub 19:30, in Anwesenheit von Cast&Crew

29.11.2017: Vorpremiere in Zürich, RiffRaff 1, 20:30, in Anwesenheit von Cast&Crew

30.11.2017: Premiere Bern, Bundsoirée, cinéClub 20:30, in Anwesenheit von Cast&Crew,       Moderation Fred Zaugg, DER BUND verlost 140 Eintritte

03.12.2017: Sonntags-Matinée in Biel, cinevital, in Anwesenheit von Cast&Crew

04.12.2017: Wil, cinewil, in Anwesenheit Regie

05.12.2017: Thun, in Anwesenheit von Cast&Crew

07.12.2017: Luzern, Stattkino, in Anwesenheit Regie

15.12.2017: Meiringen, in Anwesenheit von Cast&Crew

Spielorte

Bern - Zürich - Basel - Luzern - St.Gallen - Biel - Thun - Aarau - Olten - Baden - Wettingen - Spiez - Meiringen - Wohlen - Rapperswil - Reinach - Langnau - Ins - Wil 


Downloads

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E-Flyer  
Schuldossier  
Website   kindermachen.ch

Facts

Produktionsjahr: 2017

Dauer: 82 min

Suisa-Nr. 1011.746


Releases

Deutschschweiz

30. November 2017



Booklet

Anmerkung der Autorin

Und plötzlich hatte ich Kinder; gesunde und muntere. Einfach so.

Mir nahestehenden Menschen ist es anders ergangen.

 

In einer Zeitschrift stolperte ich über das Inserat einer Fruchtbarkeitsklinik. Die Klinik warb für „Social Freezing“. Das Foto suggeriert: Die Frau ist unabhängig, gesund, die Frau geniesst Bildung und hat businessmässig noch viel vor. Das Motto: Ich kriege mein Kind wann ich will. Wann? Ich will?

 

Durch die Erfahrung mit meinen Freundinnen war mir bewusst, dass ungewollte Kinderlosigkeit eine tief einschneidende Tatsache ist, die viel Trauer und Wut mit sich bringt und Auseinandersetzung erfordert. Nach wie vor kann ich nur ahnen wie ohnmächtig einem ein unerfüllter Kinderwunsch macht.

Was also wagte diese Werbung zu behaupten?

Jede Frau kann ein Kind kriegen und auch noch den idealen Zeitpunkt bestimmen?

Und darüber hinaus: Haben sie die Lösung, die wirkliche Selbstbestimmung der Frau entdeckt?

 

Die Werbung machte mich stutzig und so begann meine Reise in die Welt der Reproduktionsmedizin.

 

Ich machte mich auf zu Medizinerinnen um herauszufinden, was an „Social Freezing“, dem Einfrieren und Lagern von Eizellen dran ist. Schnell begriff ich, dass ein Kind nach einer „Social Freezing“ -Behandlung nur mittels künstlicher Befruchtung entstehen kann. Die Medizinerinnen führten mich in die Labors zu den Embryologinnen. Dort habe ich miterlebt wie Eizellen mit Spermien befruchtet werden. Ich fand extrem faszinierend, dass vor meinen Augen vielleicht gerade Menschen gezeugt wurden.

Im Labor war alles klinisch rein, voll mit Apparaturen, Hilfsmitteln. Ein ständiges Rauschen und Dröhnen der Lüftung im Raum. Nichts von Liebe, Körperlichkeit, keine Romantik. Und trotzdem waren da Menschen, die mit Hingabe und voller Konzentration menschliche Keimzellen zusammenbrachten, einen Kinderwunsch erfüllen wollten. Gleichzeitig stellten sich mir ethische Fragen. Wie viel Handanlegen an menschlichen Keimzellen, an Embryonen ist in Ordnung? Wo werden Grenzen – deine, meine, unsere – überschritten?

 

Aus diesen Erlebnissen konkretisierte sich die Idee für „Kinder machen“.

Ich wollte einen Film machen aus der Perspektive derjenigen, die versuchen, den Kinderwunsch zu erfüllen. Was treibt sie um? Ich wollte die Labortüren für alle öffnen, die Arbeitsschritte einer künstlichen Befruchtung erlebbar machen. Ebenso wichtig wurde der Aspekt der Wissenschaft und Forschung. Der Drang von uns Menschen nach neuen Erkenntnissen lässt uns immer wieder Grenzen überschreiten. Wo werden sie im heiklen Bereich der Reproduktionsmedizin gezogen? Wer schützt sie?

 

Es ist meine Absicht, mit „Kinder machen“ die Komplexität der Reproduktionsmedizin erfahrbar zu machen. „Kinder machen“ soll eine Diskussion auslösen über unseren heutigen Umgang mit der Reproduktionsmedizin.

 

Barbara Burger


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